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Elementarschäden versichern

Hochwasser vor einem Hauseingang. Bild: ronfromyork/pantherMedia

Überflutete Keller, abgedeckte Dächer, im Schlamm versinkende Möbel: Immer öfter treten auch in Nordrhein-Westfalen extreme Wetterereignisse wie Starkregen oder Stürmen auf – mit zum Teil beträchtlichen Schäden für die Betroffenen. Prüfen Sie deshalb das Risiko Ihres Hauses oder Ihres Betriebes, treffen Sie Vorsorgemaßnahmen und sichern Sie sich mit einer Elementarschadensversicherung ab.


Naturgefahren in NRW: Informieren – Vorsorgen – Absichern

Immer öfter erlebt Nordrhein-Westfalen extreme Wetterereignisse und ihre Folgen. Laut Klimawissenschaftlern und Versicherern werden sich Phänomene wie Starkregen oder Stürme in den nächsten Jahren weiter häufen. Viele Menschen werden davon unvorbereitet getroffen.
Das Umweltministerium und das Wirtschaftsministerium des Landes NRW informieren deshalb mit der Verbraucherzentrale NRW e. V. und dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e. V. (GdV) über Möglichkeiten der Vorsorge – für Hauseigentümerinnen und Hauseigentümer und Mieterinnen und Mieter, für Unternehmen und Gewerbetreibende sowie für Landwirtinnen und Landwirte.


Informieren Sie sich

Kennen Sie die Gefahren für Ihr Gebäude, Ihre Eigentums- oder Mietwohnung, Ihr Unternehmen oder Ihren landwirtschaftlichen Betrieb? 

  • Starkregen kann innerhalb kürzester Zeit Sturzfluten verursachen – überall.
  • Leben Sie in der Nähe eines Flusses oder Bachs? Flüsse können bei lang anhaltenden Niederschlägen über die Ufer treten – bei diesen Hochwasserereignissen besteht meistens etwas Vorwarnzeit.
  • An Hängen kann Starkregen zu Bodenabträgen und Schlammlawinen führen, die auf der Hangseite ins Gebäude eindringen.
  • Wasser aus der Kanalisation kann rückstauen und durch Toiletten, Duschen oder andere Sanitäreinrichtungen hochdrücken.
  • Orts- und Straßennamen, die Worte wie "Siepen", "Aue", "Damm" oder "Bruch" enthalten, können auf Wassergefahren hinweisen.

Unternehmen und landwirtschaftliche Betriebe sollten mithilfe von Fachleuten eine individuelle Risikoanalyse durchführen.

Weitere Informationen:

Sorgen Sie vor

Wird ein Haus überflutet, drohen gravierende Schäden. Manchmal ist die Bausubstanz dauerhaft angegriffen, möglicherweise gibt es Probleme mit Schimmel. Die Zeit, bis das Haus wieder bewohnbar ist, zieht sich hin. Und liebgewordene Dinge oder Erinnerungsstücke, die von Wasser und Schlamm zerstört wurden, kann ohnehin kein Geld ersetzen.
In Unternehmen sind oft nicht nur Gebäude, Einrichtung und Maschinen, sondern auch Akten, Server und Datenträger betroffen, in landwirtschaftlichen Betrieben die Erträge gefährdet. Schnell kommt es zu längeren Betriebsausfällen, laufende Kosten sind dann möglicherweise nicht mehr zu kompensieren. Die Existenz kann bedroht sein.

Haben Sie ausreichende bauliche und organisatorische Maßnahmen ergriffen?

Oberflächenwasser etwa kann durch das Hochmauern von Kellerfensterschächten oder durch mobile Schutzvorrichtungen am Eindringen in Gebäude gehindert werden. Gegen zurückstauendes Wasser aus der Kanalisation hilft eine geeignete, regelmäßig gewartete Rückstausicherung. Auch organisatorische Maßnahmen sollten in Betracht gezogen werden. So kann sensibles Inventar kurzfristig oder dauerhaft in obere Stockwerke gebracht werden.
Lagern Sie wassergefährdende Stoffe wie Heizöl nicht in überflutungsgefährdeten Bereichen. Ist dies unumgänglich, sorgen Sie durch feste Verankerung dafür, dass Tanks nicht aufschwimmen können. Unternehmen sollten ihre Geschäftsdaten sichern, indem sie beispielsweise Aktenordner und Server über der möglichen Überflutungsebene lagern und Geschäftsdaten extern abspeichern.
Lassen Sie sich frühzeitig warnen, zum Beispiel durch eine Unwetter- oder Hochwasser-App, um zeitnah absichernde Maßnahmen einleiten zu können. Entwickeln Sie einen betrieblichen Notfall- und Gefahrenabwehrplan.

Hochwasser vor einem Hauseingang. Bild: ronfromyork/pantherMedia

Hochwasser vor einem Hauseingang. Bild: ronfromyork/pantherMedia

Sichern Sie sich ab

Für die meisten Wohneigentümer ist der Abschluss einer Wohngebäudeversicherung gegen Feuer, Hagel, Sturm und Leitungswasser selbstverständlich. Auch eine Hausratversicherung, die zusätzlich gegen Einbruch-Diebstahl schützt, schließen viele Menschen ab. Auch die meisten Unternehmen versichern ihre Immobilien, Maschinen und Lagergut gegen Feuer, Einbruch, Hagel, Sturm und Glasbruch und schließen eine Betriebs-, Produkt- und Umwelthaftpflichtversicherung ab. Landwirte können sich gegen Ernteausfälle durch Hagel schützen.

Schäden durch Hochwasser oder Starkregen sind dagegen sowohl im privaten als auch im gewerblichen Bereich deutlich seltener abgedeckt. Dabei können diese sogenannten Elementarschäden Existenzen bedrohen. Auf finanzielle Hilfe vom Staat können Sie nicht bauen, denn die öffentliche Hand kommt für Schäden, die versicherbar sind, in der Regel nicht auf.


Sind Sie adäquat versichert?

Das Land NRW, Verbraucherzentralen, Kammern und Versicherer empfehlen dringend, einen Versicherungsschutz auch gegen Elementarschäden zu prüfen.
Die Elementarschadenversicherung umfasst Schäden durch Naturgefahren wie Überschwemmung, Starkregen, Rückstau, Schneedruck, Erdrutsch, Erdfall, Erdsenkung, Erdbeben und Lawinen.
Privatleute können die Absicherung als zusätzliche Bausteine der Wohngebäude und der Hausratversicherung erhalten. Fast jedes Gebäude ist gegen Elementarschäden versicherbar, die meisten mit Standardprodukten.

Unternehmen können Elementarschäden meistens als ergänzenden Baustein zur Versicherung des Gebäudes oder der Betriebs- und Produktionsmittel versichern. Betriebsausfälle können durch eine Betriebsunterbrechungsversicherung abgesichert werden. Eine zusätzliche Umweltschadensversicherung versichert direkte und indirekte Umweltschäden durch wassergefährdende Stoffe.


Klimaentwicklung

Historisch ist Nordrhein-Westfalen zwar ein Klimaland der mäßigen Temperaturen. Wetterextreme sind eher selten gewesen. Doch das Klima hat sich in den jüngsten Jahrzehnten stark gewandelt. Nach den Wetteraufzeichnungen der letzten 100 Jahre ist in dieser Zeit die Durchschnittstemperatur in NRW um rund 1 Grad Celsius gestiegen. Die Frosttage sind im Jahresdurchschnitt weniger, die heißen Sommertage mehr geworden.

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