Zum Inhalt springen

umwelt.nrw

Hauptinhalt

Luftqualitätsüberwachung

Messgeräte zur Luftqualitätsüberwachung. Foto: patibutkan singsoot/Panthermedia.net

In NRW wird seit vielen Jahrzehnten die Qualität der Luft ermittelt. Insgesamt belegen die langjährigen Ergebnisse, dass die Luftschadstoffbelastung kontinuierlich zurückgeht. Sie zeigen aber auch, wo noch Handlungsbedarf besteht.


Das Messnetz in Nordrhein-Westfalen

Um die Luftqualität kontinuierlich zu erfassen, gibt es in Nordrhein-Westfalen  ein Luftqualitätsüberwachungssystem (LUQS). Dazu gehören Messstationen, an denen die Konzentrationen von verschiedenen Schadstoffen unter anderem von Feinstaub, Stickstoffdioxid, Benzol und Ozon erfasst werden. Betrieben wird es durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV).


Stickstoffdioxid-Messungen: Standorte der offiziellen Landesmessungen sind TÜV-geprüft

Die Stickstoffdioxid-Belastung wird in Nordrhein-Westfalen derzeit an rund 130 offiziellen Landesmessstellen erfasst. Die Ergebnisse des Landesmessnetzes sind die Grundlage für die Bewertung der Einhaltung der Vorgaben der Europäischen Luftqualitätsrichtlinie und werden jährlich an die EU-Kommission berichtet.

Überprüfungen des TÜV Rheinland bestätigen für Nordrhein-Westfalen, dass 132 von 133 Stickstoffdioxid-Messstellen des Landesmessnetzes richtig positioniert sind. Laut einem Bericht des TÜV Rheinland vom 30. November 2018 ist das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) bei der Einrichtung der Messstationen von Stickstoffdioxid gesetzeskonform vorgegangen. An den Messpunkten werden die Anforderungen an die Standortumgebung eingehalten.

Das LANUV hatte im Rahmen der ständigen Qualitätssicherung und methodischen Weiterentwicklung der Luftreinhalteplanung den TÜV Rheinland mit einer externen Überprüfung der LANUV-Messstationen beauftragt. Gemäß Überprüfung durch den TÜV Rheinland entsprechen Abstände, Höhen und Anforderungen an die Umgebung des jeweiligen Messpunktes den Vorgaben der Luftqualitätsrichtlinie.

Ausgenommen ist eine Messstelle in Mettmann (Breite Straße): Hier haben sich im Laufe des Jahres 2018 die Standortbedingungen wegen einer umfangreichen Baumaßnahme geändert. Dadurch ist die Einhaltung der Anforderungen nicht mehr gegeben. Für das Messjahr 2019 wurde eine neue und geeignete Position festgelegt.

Die Anzahl der Probenahmestellen schwankt, da die Messnetzplanung jährlich fortgeschrieben und angepasst wird. Grundlage sind unter anderem Hinweise der Kommunen auf potentielle Belastungsschwerpunkte. Maßgeblich für die Positionierung der Probenahmestellen sind die Vorgaben und Kriterien der 39. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz.

Im Jahr 2019 hat das LANUV zusätzlich die grundsätzliche Vorgehensweise zur Festlegung der Messstandorte (Messnetzkonzeption) und die Einhaltung der großräumigen Standortkriterien (Anforderungen an die räumliche Repräsentativität einer Probenahmestelle) überprüfen lassen. Die Prüfung hat sowohl für Verkehrs- als auch für Industriestandorte sowie Gebiete ohne spezifische Emissionsquellen das adäquate Vorgehen des LANUV innerhalb der gesetzlichen Vorschriften bestätigt. Mit der aktuellen Untersuchung des TÜV Rheinland wurden somit die Konzeption des LUQS-Messnetzes und deren Umsetzung in die Praxis durch das LANUV erneut vor dem Hintergrund einer vorschriftsmäßigen Planung und Durchführung der Stickstoffdioxidmessungen bestätigt.

Bilanz der Luftqualität 2019

Die aktuellen Ergebnisse der Luftqualitätsüberwachung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) zeigen eine deutliche und stetige Verbesserung der Luftqualität. So weisen die Jahresmittelwerte für das Jahr 2019 zum Beispiel bei der Stickstoffdioxid-Belastung eine deutliche Reduzierung aus. Erstmals gab es keine Landes-Messstelle in Nordrhein-Westfalen mehr mit einem Jahresmittelwert von mehr als 50 µg/m³, im Jahr 2017 war dies noch an sechs Messstandorten der Fall, im Jahr 2018 an fünf. Der Grenzwert für den Jahresmittelwert von 40 µg/m³ wurde an 112 von 128 der Landes-Messstellen in Nordrhein-Westfalen eingehalten. Gab es im Jahr 2017 noch 27 Kommunen, in denen die Messungen an einzelnen Stellen noch über dem geltenden Grenzwert lagen, waren es 2019 noch acht. Im Schnitt ging die Stickstoffdioxid (NO2)-Belastung an den vom Verkehr geprägten Messstellen in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2019 um fast 10 % zurück.

Auch bei anderen Schadstoffen hat sich die Belastung der Luft in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2019 weiter verringert. So lag die Belastung mit Feinstaub (PM10 und PM2,5) 2019 an allen Messstationen unterhalb der EU-Grenzwerte für den Jahresmittelwert bzw. für die Zahl der Überschreitungen des Tagesmittelwertes pro Kalenderjahr. Im Vergleich zu 2018 sank der PM10-Jahresmitttelwert im Durchschnitt aller Stationen um 2,5 µg/m3. Im Jahr 2019 wurde der Grenzwert von 25 µg/m³ PM2,5 an allen NRW-Probenahmestellen mit weiterhin abnehmendem Belastungstrend und Jahresmittelwerten zwischen 6 und 15 µg/m³ sicher eingehalten.

Für Benzol und Schwefeldioxid wurden im Jahr 2019 in Nordrhein-Westfalen die Grenzwerte wie seit vielen Jahren deutlich unterschritten. Für Ozon wurde der Informationsschwellenwert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter an 14 Tagen und der Alarmwert von 240 Mikrogramm pro Kubikmeter als Stundenmittelwert an 2 Tagen überschritten.

Auch für Konzentrationen der gesundheitlich relevanten Staubinhaltsstoffe Blei (Pb), Arsen (As), Kadmium (Cd) und Nickel (Ni) in der Umgebungsluft wurden im Jahr 2019 die Grenzwerte sicher eingehalten. Insgesamt sind die Konzentrationen von Metallen im PM10 in NRW als gering einzustufen.

Der Zielwert von 1 ng/m³ für Benzo[a]pyren, als Leitkomponente für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), wurde an der Probenahmestelle Bottrop-Welheim, in der Umgebung der Kokerei Prosper, überschritten. Zwischen Kokerei und Bezirksregierung Münster wurden Maßnahmen zur Minderung der PAK-Emissionen der Kokerei festgelegt.

Für Benzol und Schwefeldioxid wurden im Jahr 2018 in Nordrhein-Westfalen die Grenzwerte wie seit vielen Jahren deutlich unterschritten. Für Ozon wurde der Informationsschwellenwert von 180 Mikrogramm pro Kubikmeter an zwölf Tagen überschritten, Überschreitungen des Alarmwertes von 240 Mikrogramm pro Kubikmeter als Stundenmittelwert wurden nicht beobachtet.

Auch für Konzentrationen der gesundheitlich relevanten Staubinhaltsstoffe Blei (Pb), Arsen (As), Kadmium (Cd) und Nickel (Ni) sowie für Benzol (C6H6) in der Umgebungsluft wurden im Jahr 2018 die Grenzwerte sicher eingehalten. Insgesamt sind die Konzentrationen von Metallen im PM10 in NRW als gering einzustufen.

Der Zielwert von 1 ng/m³ für Benzo[a]pyren, als Leitkomponente für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), wurde an der Probenahmestelle Bottrop-Welheim, in der Umgebung der Kokerei Prosper, überschritten. Zwischen Kokerei und Bezirksregierung Münster wurden bereits Maßnahmen zur Minderung der PAK-Emissionen der Kokerei festgelegt.

Erläuterung von Abkürzungen und Begriffen:

µg/m3: Mikrogramm pro Kubikmeter
ng/m3: Nanogramm pro Kubikmeter
Feinstaub PM10: Partikel < 10 Mikrometer (µm)
Feinstaub PM2,5: Partikel < 2,5 Mikrometer (µm)
NO2: Stickstoffdioxid
Benzo[a]pyren: Leitkomponente für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)


Landesumweltamt (LANUV)

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz ist die technisch-wissenschaftliche Fachbehörde des Landes Nordrhein-Westfalen für den Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz. Seine Hauptstandorte sind Recklinghausen, Essen und Düsseldorf.

Weiterlesen