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Luftqualitätsüberwachung

Messgeräte zur Luftqualitätsüberwachung. Foto: patibutkan singsoot/ Panthermedia.net

In NRW wird seit vielen Jahrzehnten die Qualität der Luft ermittelt. Insgesamt belegen die langjährigen Ergebnisse, dass die Luftschadstoffbelastung kontinuierlich zurückgeht. Sie zeigen aber auch, wo noch Handlungsbedarf besteht.


Das Messnetz

Um die Luftqualität kontinuierlich zu erfassen, gibt es in NRW ein Luftqualitätsüberwachungssystem (LUQS) mit mehr als 60 Messstationen. Hier wird die Konzentration vor allem von Feinstaub, Stickstoffdioxid, Benzol und Ozon erfasst.  Betrieben wird es durch das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV). Das LANUV verfügt über weitere Messeinrichtungen für spezielle Luftschadstoffe.


Bilanz der Luftqualität 2017: Abnehmender Trend bei Stickstoffdioxid (NO2) setzt sich fort

Die Schadstoffbelastung der Luft hat sich in NRW auch 2017 weiter verringert. Allerdings bleibt die Stickstoffdioxidbelastung in vielen Städten ein Problem. Das zeigen die Ergebnisse der Messungen zur Luftqualität im Jahr 2017, die das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) im März 2018 vorgestellt hat. An 49 von 127 Messorten wurde der EU-Grenzwert für die mittlere Jahresbelastung durch NO2 nicht eingehalten. Im Vorjahr 2016 waren es noch 60 Messorte. Besonders hoch belastet war die Luft an stark befahrenen Straßen in Ballungsräumen. Dort wird die Einhaltung des Grenzwertes nur durch zusätzliche Minderungsmaßnahmen erreicht werden können. Damit bleibt Stickstoffdioxid weiterhin der kritischste Luftschadstoff in NRW. Hauptverursacher dieser hohen NO2 -Belastung sind nach wie vor der Straßenverkehr und besonders die Diesel-Fahrzeuge.

Dagegen wurden die Grenzwerte für Feinstaub (PM10) 2017 das vierte Jahr in Folge an allen 67 Messstellen eingehalten. Wie bei NO2 sind auch bei PM10 die Verkehrsmessstellen überwiegend die höher belasteten Standorte.

Für beide Schadstoffe gilt: „Ein Schwellenwert, bei dessen Unterschreiten keine gesundheitlichen Effekte nach langfristiger Exposition mehr auftreten, konnte bisher noch nicht identifiziert werden. Daher ist jede Verringerung der Belastung mit Stickstoffdioxid und Feinstaub in der Außenluft eindeutig mit einem Gesundheitsgewinn für die Bevölkerung verbunden. In diesem Zusammenhang ist die Diskussion der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach einer weiteren Grenzwertabsenkung zu betrachten.

Erläuterung von Abkürzungen und Begriffen:

µg/m3: Mikrogramm pro Kubikmeter
ng/m3: Nanogramm pro Kubikmeter
Feinstaub PM10: Partikel < 10 Mikrometer (µm)
Feinstaub PM2,5: Partikel < 2,5 Mikrometer (µm)
NO2: Stickstoffdioxid
Benzo[a]pyren: Leitkomponente für polyzyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK)

Wichtige Ergebnisse zur Luftqualität 2017 im Einzelnen:

Stickstoffdioxid (NO2): weiterhin Überschreitungen an Verkehrsschwerpunkten

Noch immer gibt es in den Ballungsräumen deutliche Überschreitungen des EU-Jahresmittel-Grenzwerts für Stickstoffdioxid. Der Grenzwert wurde im Jahr 2017 an 39 Prozent der NRW-Messorte überschritten, im Vorjahr an 47 Prozent der Messorte. Die 49 NO2 -Grenzwertüberschreitungen (Vorjahr: 60) wurden ausschließlich an verkehrsnahen Probenahmestellen registriert. Insgesamt kam es im Jahr 2017 in 27 Kommunen zu NO2 –Grenzwertüberschreitungen, gegenüber 32 Kommunen im Vorjahr.
Nicht überschritten werden dürfen 40 Mikrogramm Stickstoffdioxid pro Kubikmeter Luft (µg/m³) ermittelt über alle Werte im Jahr (Jahresmittelwert). Im Vergleich mit der NO2 -Belastung des Vorjahres ist im Jahr 2017 eine Abnahme der Immissionsbelastung um fast 5 % feststellbar.
Die höchsten Belastungen traten im Jahr 2017 in Köln am Clevischen Ring (62 µg/m³, Vorjahr 63 µg/m³), in Düren an der Euskirchener Straße (58 µg/m³, Vorjahr 61 µg/m³) und an der Corneliusstraße (56 µg/m³, Vorjahr 58 µg/m³) sowie der Merowinger Straße in Düsseldorf (56 µg/m³, Vorjahr 56 µg/m³) auf.
In den von Grenzwertüberschreitungen betroffenen Kommunen sind Luftreinhaltepläne in Kraft, in denen Maßnahmen zur Minderung der Belastungen festgelegt wurden. Der Luftreinhalteplan für Leverkusen wird derzeit aufgestellt. Wegen der anhaltenden NO2 -Grenzwertüberschreitung müssen eine Reihe von Luftreinhalteplänen fortgeschrieben werden, weil das Potenzial der bisherigen Maßnahmen ausgeschöpft ist.

Feinstaub (PM10, PM2,5): EU-Grenzwerte landesweit eingehalten
PM10

Die PM10-Belastung blieb auch im Jahr 2017 landesweit unterhalb der Grenzwerte. Neben dem EU-Grenzwert für das Jahresmittel (40 µg/m³) wurde im vierten Jahr in Folge an allen 67 Messstellen in NRW der EU-Tagesmittel-Grenzwert (50 µg/m³ bei 35 zulässigen Überschreitungen) eingehalten.

Die Spannweite der landesweiten PM10-Jahresmittelwerte reicht von 9 bis 11 µg/m³ an den beiden Waldstationen in der Eifel und im Rothaargebirge bis zu 27 bis 28 µg/m³ an den am höchsten belasteten Verkehrsstationen in Gelsenkirchen, Hagen und Köln sowie an Industriestandorten in Duisburg.

PM2,5

Seit dem Jahr 2015 gilt für PM2,5 europaweit ein Jahresgrenzwert in Höhe von 25 µg/m³. Im Jahr 2017 wurde der PM2,5-Grenzwert an allen 26 PM2,5-NRW-Messstationen sicher eingehalten.

Schwefeldioxid, Staubinhaltsstoffe, Benzol, Benzo[a]pyren und Ozon (O3)

Der EU-Grenzwert für Schwefeldioxid (SO2) wird seit vielen Jahren überall eingehalten, so auch im Jahr 2017. Auch für Konzentrationen der gesundheitlich relevanten Staubinhaltsstoffe Blei (Pb), Arsen (As), Kadmium (Cd) und Nickel (Ni) sowie für Benzol (C6H6) in der Umgebungsluft wurden im Jahr 2017 die Grenzwerte sicher eingehalten. Der Zielwert für die Benzo[a]pyren-Konzentration am Messort im Umfeld der Kokerei Bottrop im Stadtteil Welheim wurde im Jahr 2017 eingehalten. Im Jahr 2016 lag die mittlere Jahreskonzentration noch knapp über dem Zielwert von 1 ng/m³. Die Bezirksregierung Münster als zuständige Überwachungsbehörde für die Kokerei wird auch weiterhin weitergehende Maßnahmen zur Reduzierung der Belastung v.a. durch Benzo[a]pyren und Benzol veranlassen.

Bei den Messungen der Ozonkonzentration im Jahr 2017 wurde an den insgesamt 27 O3-Messstationen an 6 Tagen der Informationsschwellenwert von 180 µg/m³ (1-Stunden-Mittelwert an mindestens einer Station pro Tag) überschritten. Der Alarmwert von 240 µg/m³ (1-h-Wert) für bodennahes Ozon wurde in keinem Fall überschritten. Damit bleibt die Zahl der Tage mit erhöhten Werten weiterhin auf einem niedrigen Niveau.


Landesumweltamt (LANUV)

Das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz ist die technisch-wissenschaftliche Fachbehörde des Landes Nordrhein-Westfalen für den Natur-, Umwelt- und Verbraucherschutz. Seine Hauptstandorte sind Recklinghausen, Essen und Düsseldorf.

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